Lindauer Zeitung 25.09.2001

Trotz Regens herrschte Feststimmung in Weißensberg, als am Wochenende das versetzte und renovierte Materl an seinem neuen Standort eingeweiht wurde.
LZ-Fotos: Reiner Roither

Auch der letzte Bauabschnitt der ausgebauten Kirchstraße wurde jetzt offiziell "übergeben".

 

Ein Fest zum Abschluss der Straßen-Bauarbeiten


WEISSENSBERG (eka)
In einem gelungenen Dorffest weihten die Weissensberger den letzten Bauabschnitt der Kirchstraße sowie die Kapelle am alten Kirchweg an ihrem neuen Platz ein. Außer Segensgebeten und Festansprachen gab es auch Gesänge, Blasmusik und Freibier.

Die Kirchstraße führt von der B12 über die Bahnlinie durchs Dorf bis hinunter nach Rehlings. Sie wurde in vier Bau-abschnitten (erstmals war 1980 davon die Rede) verwirklicht. Der am Samstag eingeweihte letzte Abschnitt vom Rathaus bis zur B12 ist 550 Meter lang. Die Straße wurde begradigt, verbreitert und mit einem Gehweg versehen. Hauptsächlich die Schulkinder profitieren davon.
Das Kapellen-Marterl stand früher, von einer Hecke eingewachsen, gegenüber dem Rathaus. Es musste der Wegverbreiterung weichen und fand 150 Meter weiter in der Kurve zum Weiher einen neuen, weit schöneren Platz. Die Verlegung und teilweise Renovierung erfolgte vorwiegend in Eigenleistung der Weißensberger Bürger.
Der erste Teil der Feierstunde fand am Marterl statt und wurde vom Musikverein Weißensberg unter Leitung von Richard Höllgartner, der Chorgemeinschaft Weißensberg unter Ursula Heiling und einem gemeinsam von allen gesungenen Lied umrahmt.
Der katholische Pfarrer Franz Schmid nannte in seiner Ansprache das Marterl ein Schatzkästlein, das die Weißensberger Bevölkerung liebevoll wieder aufbaute. Sein evangelischer Kollege Andreas Kraft verglich die Kirchstraße mit dem persönlichen Lebensweg eines Menschen. Beide führten bergauf, bergab durch viele Kurven und an Hindernissen vorbei. Diese Kapelle mahne nachzudenken, wer unser Leben lenkt und wem wir es verdanken. Mit einem Segensgebet und dem Vaterunser schloss die Marterl-Einweihung.
Der zweite Teil der Feier fand wegen des beginnenden Regens im Feuerwehrhaus statt. Bürgermeister Werner Reich wies darauf hin, dass im Rahmen des Straßenausbaus auch eine Mülldeponie saniert werden musste. Die Baukosten für die Straße betrugen 950.000 Mark. Im weiteren zählte Werner Reich eine lange Liste von Idealisten auf, die zur Verlegung und Erneuerung der Kapelle beitrugen. Sein Dank schloss auch die Spender von Brotzeit und Getränken für diese Feier ein. MdL Eberhard Rotter hob in seiner Ansprache hervor, dass es Reich und der Gemeinde genau wie beim Brückenbau 1994 wieder gelungen sei, im letzten Moment an die großen Zuschüsse des Staates heranzukommen, ehe diese empfindlich gekürzt wurden. Der stellvertretende Landrat Theo Bihler erinnerte abschließend daran, dass man in früheren Zeiten an Wegkreuzen und Marterln kurz innehielt.