Neue Zuger Zeitung Samstag, 31. Mai 2003


30 Jahre Freundschaft der Musikvereine Rotkreuz und Weissensberg

Schon seit 30 Jahren besteht die Freundschaft zwischen dem Musikverein Rotkreuz und dem Musikverein Weissensberg-Rothkreuz aus Deutschland. Am vergangenen Wochenende feierten beide Vereine diese Partnerschaft mit einem Jubiläumsfest anlässlich des Maifäschts in Rotkreuz.

Am vergangenen Wochenende ging das Rotkreuzer Maifäscht über die Bühne, unter verschiedenen Höhepunkten ist das Partnerschaftsjubiläum zwischen Rotkreuz und Weissensberg-Rothkreuz hervorzuheben. Bereits am Samstagnachmittag trafen die Weissensberger Musikanten mit Gemeindevertretern im Ennetseedorf ein. Als Erstes wurde den Gästen mit einem kulturellen Rundgang das Dorf Rotkreuz gezeigt.

Am Abend zeigte sich, dass auch den Bayern unser Maifäscht gefiel. Besonders angetan waren die Festbesucher von dem gemütlichen Ambiente der Vinothek, die hervorragend gestaltet war durch den Künstler Willi Truttmann. Er zauberte eine Landschaft am See mit Arkaden auf die Wände. Die Liebeslauben, kleine, gemütliche, begehbare Instrumente, waren schon bald belegt. Verschiedenste Weine konnten unter vinologischer Beratung von Joe Werder degustiert werden, unter anderem auch der neue Rischer Wy. Im Rundzelt hingegen ging an beiden Abenden die Post ab: Am Freitag wars eher etwas fürs jüngere Publikum, und am zweiten Festabend sah man doch auch einmal die etwas ältere Garde. Abwechslungsweise spielten die Swannee River Jazz Band Jazz-und Dixiemusik und die Ländlerkappelle von Röbi Odermatt. Einmalig das Finale der Bands: In einem gemeinsamen Potpourri beziehungsweise Arrangement setzte man den Höhepunkt am Abend.

Am Sonntag luden die beiden Vereine zur Feier der drei Jahrzehnte zum bayrischen Frühschoppen ein, an dem die Blasmusik der deutschen Gäste ganz im Mittelpunkt stand. Die Deutschen gaben Musik zum Besten, die vor Temperament und Vielseitigkeit nur so sprühte. Sensationell waren die Soloeinlagen der einzelnen Register! Trotz Lederhosen und traditionellen bayrischen Trachten lieferten sie einmal mehr den Beweis, dass sie auch moderne Klänge zu spielen gewohnt sind.

Den Festakt umrahmte der Rotkreuzer Musikverein musikalisch. Um die Redner etwas im Griff zu haben, hatte sich OK-Vizepräsident Walter Wismer etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Er veranstaltete ein Interview mit Vertretern aus beiden Vereinen und Gemeinden.

Initiant Otto Stuber beschrieb den Ursprung der Partnerschaft: Auf der Suche nach einer Partnerschaft waren die Rotkreuzer, angeführt von Otto Stuber, vor knapp drei Jahrzehnten in Rothkreuz bei Weissensberg gelandet. Und dies, obgleich sie eigentlich ein anderes Rothkreuz, nämlich das bei Kempten, im Visier hatten. Der Irrtum erwies sich letztlich als reiner Glücksfall. Denn in Weissensberg rannten die Rotkreuzer mit ihrem Ansinnen offene Türen ein.

Ein grandioses Geschenk der Weissensberger wird aber immer an die guten Beziehungen erinnern: ein überdimensioniertes Jubiläumsbuch, das mit Fotos und Geschichten über die 30-jährige Freundschaft berichtet. Und wie die Weissensberger so treffend in ihrem Buch schrieben: Auch die zweite Wahl kann die richtige sein! Als Anerkennung für die Partnerschaft erhielten alle Präsidenten und alle anwesenden Dirigenten des MVR die goldene Ehrennadel des Musikvereins Weissensberg.

Zum Abschluss des Festaktes spielten die beiden Vereine gemeinsam auf und gaben die Polka "In der Weinschenke" und den "Bayrischen Defiliermarsch" zum Besten. Nachher gehörte die Bühne wieder den Weissensbergern, und ein mitreissendes Frühschoppenkonzert fand seine Fortsetzung. Die mehreren hundert Besucher waren begeistert und liessen sich kulinarisch von Weissbier, Weisswürsten und Brezeln verwöhnen. Und man war sich einig: Dieser bayrische Frühschoppen war ein wirklich gelungener Anlass in Rotkreuz und ein krönender Abschluss für das diesjährige Maifäscht des Musikvereins.


MONIKA KNÜSEL, OK MAIFÄSCHT ROTKREUZ