Lindauer Zeitung 13.12.2007

     
   

Die Weißensberger Musiker bieten den Besuchern ein vielfältiges Repertoire.          Foto: Werner Günthör

   
       
WEISSENSBERG (wg)- Beim Jahreskonzert des Musikvereins Weißensberg zeigte sich, dass sich die Musiker unter der Leitung des Dirigenten Hubert Höllgartner bei aller Probenmühe vor allem eines bewahrt haben: Den begeisternden Spaß am Spiel, der mühelos auf das Publikum überspringt.

„Wir spielen ,Born to be wild', weil wir geboren sind, um wild zu spielen. Mit frechen Worten und temperamentvoller Musik eröffnete die Jugendkapelle den Abend. Außerdem legten die Nachwuchsmusiker noch die Noten des Stimmungsmachers „Hey­song" aufs Pult und präsentierten mit der Zugabe „I will survive" ein weiteres Glanzstück ihres Repertoires.

Mit dem klassisch intonierten „Arioso" übernahm dann die Musikkapelle die Unterhaltung. Ein Stück, dass mit majestätischen Klängen beginnt, mit sehr abwechslungsreichen Passagen die Intonation von Filmmusik aufgreift und schließlich sogar leicht an Westernmusik erinnert. Die „Mazury Rhapsody" von Alfred Bösendorfer forderte dann die ganze Kapelle. Die Zuhörer wurden in die weite Landschaft der masurischen Seenplatte mitgenommen. Dabei meisterten die Musiker innerhalb kürzester Zeit einen Parforceritt durch sanfte, einfühlsame Solostücke und wilde Passagen.

Besucher sollen in Pause reiten

Ungleich ruhiger kam „White Christmas" von Irving Berlin daher: mit Bigband-Sound und mit einem hinreißenden Saxophon-Solospiel von Jacqueline Koch. Anschließend zog die magische Welt von Harry Potter die Zuhörer in den Bann. Nuancenreich, dynamisch und mit viel Gefühl für Spannung und Atmosphäre, führten die Musiker ihre Zuhörer in die Welt der guten und bösen Magier. „Schnappen Sie Ihren Besen, fliegen Sie ins Foyer und bestellen Sie einen Zaubertrank" war dann das Signal für die Pause.

Nach der launigen „Feuerwehrpolka" - präzise und mit viel Spielfreude vorgetragen - kam als Kontrast „Santana" ins Spiel: konzentriert in Spiel und Rhythmus, federleicht im Klang, mit lateinamerikanischem Flair und genau dem richtigen Groove. In die gleiche Kerbe schlug dann „Africa" von Toto. Der letzte offizielle Programmpunkt, der „Deutschmeistermarsch" von Wilhelm August Jurek - ein zackiger, zünftiger Marsch mit Glockenspiel - ließ das Publikum kräftig mitklatschen. Der Lohn waren zwei Zugaben: Der Reiner-Marsch von Hans Schmid und als Abschluss „The Rose". Dieses letzte Stück spielten die Musik- und die Jugendkapelle gemeinsam.

Alfred Kollmuß, der Vertreter des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes, ehrte zum Schluss vier Musiker: Jan Günthör für den bestandenen D2-Kurs, Sebastian Schlott für zehn Jahre, Anne Pogutter-Rasch für 15 Jahre und Manfred Schmid für 25 Jahre Mitgliedschaft.