Ein Bericht von Werner Günthör          
               
„Best-of-Blasmusik“ bei den Weißensbergern"  
       
               
„Wir präsentieren Ihnen heute ein ,Best-of-Konzert’, das heißt, die Stücke unserer Jahreskonzerte zwischen 1980 und 2002, die den Zuhörern und Musikern am besten gefallen haben“ erklärte die Vorsitzende Luzia Langer den Grund für den ungewöhnlichen Konzerttitel. So viel vorweg: Das Konzept ging auf, die Konzertgäste in der Weißensberger Festhalle waren restlos begeistert.    
               
Mit „The James Bond Theme“ und „Oye como va“ eröffnete die Jugendkapelle den Abend und nahm die Zuhörer in Agentenabenteuer und nach Südamerika mit – was dank dem anerkannt hohen Niveau der Musiker mühelos gelang.

Mit „Es wird scho glei dumpa“ stimmten dann die Musiker der „großen“ Kapelle die Zuhörer mit Advents-Klängen auf das Hauptkonzert ein. Dirigent Hubert Höllgartner, der beide Gruppen leitet, behielt so den Taktstock gleich in der Hand.
Weit oben auf der Liste der besten Arien ist sicher „Nessun Dorma“ zu finden. Die Musiker intonierten das bekannte Stück stilsicher und mit so viel Gänsehautfaktor, dass der verdiente Applaus erst einige Sekunden nach dem Schlusstakt aufbrandete.
Mit „Sagen aus Alt-Innsbruck“ legten die Musiker ein weiteres klassisches Stück auf das Pult. Bis zum furiosen Finale hatten die Bläser abrupte Tempiwechsel zu meistern und bewiesen Gefühl für die Zwischentöne in den fein verwobenen leisen Passagen.
Dass afrikanische Trommeln und Blasmusik aufs beste harmonieren können, bewies „African Symphony“. Martin Steur, der seit Jahren mit viel Sinn für skurille Details durch das Programm führt, hatte zuvor auf Hitze, Savanne und wilde Tiere eingestimmt. Und tatsächlich breitete sich sofort afrikanische Atmosphäre aus, als die Bläser den Trommeltakt aufnahmen und die Zuhörer mit exotischen Klängen in die Savanne versetzten.
Der nächste Höhepunkt folgte sogleich mit „Emotionen“. Die Register spielten ihre jeweiligen Vorzüge aus und übernahmen abwechselnd die Führungsarbeit – um sich zu immer neuen Emotionen zusammen zu finden. Ergebnis war ein Wechselbad zwischen Hoffnung, Liebe, Trauer, Stolz und Ergriffenheit.
Melancholisch in der Melodie, auf den Punkt gespielt in der Dynamik – so erlebten die Zuhörer das bekannte „Leningrad“ von Billy Joel. Im Kontrast dazu der schneidige „Astronautenmarsch“ mit ruhigen Passagen, die die ganze Aufmerksamkeit der Holzregister forderten. Mit den „Prager Gassen“ ging es dann zu einer konzertanten Stadtbesichtigung.
Es war sicher kein Zufall, dass „Music“ als letztes Stück auf dem Programm war. Das spannungsgeladene Intro, die rockigen Passagen, die präzisen Staccatos – alles spielte den Musikern in die Hände, um einen furiosen Konzertschluss abzuliefern.
Nach enthusiastischem Applaus war dann noch der Blasmusik-Klassiker „Per Aspera ad Astra“ als Zugabe zu hören. Und ganz am Schluss erklommen noch die Nachwuchsmusiker die Bühne und das Gesamtorchester intonierte von Queen „The Show must go on“. Na hoffentlich, kann man nach so einem gelungenen Konzert nur noch sagen.
   
               
Ehrungen
Roland Paulus, Bezirksvorsitzender des Allgäu Schwäbischen Musikbundes, ehrte verdiente Musiker:
Thomas Martin und Ines Günthör für die bestandene D1-Musikprüfung und Anne-Catrin Kimmel für zehnjährige aktive Mitgliedschaft.