Bericht von Werner Günthör
06.12.2009
Jung und Alt“ beim Weißensberger Jahreskonzert
 
 

Renate Weiß (Mitte) und Monika Brunner, Vorsitzende des Kinder- und Jugendhilfevereins, übergeben 1.000 Euro an Martin Steur (links) für die Jugendarbeit

 

 

    Martin Steur (links) und Roland Paulus (rechts) ehren Roland Bach für 50 Jahre aktive Zeit beim Musikverein. „Er hatte schon fast jeden Posten, den es im Verein gibt und ist heute das ,Heinzelmännchen’, das sich um jedes Detail im Musikheim kümmert“, so Steur.    

Klarinettenduo: Nicole Selzer und Ferdinand Weiß

 

 

 

Wohl nur in einer Musikkapelle sind Menschen jeden Alters, vom Schüler bis zum Renter, so intensiv zusammen, hören aufeinander und profitieren voneinander“ sagte der erste Vorsitzende des Musikvereins Weißensberg, Martin Steur, gleich zu Beginn seiner Moderation. Das Thema „Jung und Alt“ werde sich durch den ganzen Abend ziehen. Und tatsächlich: Für Jung und Alt waren Stücke dabei und Jung und Alt waren von der ansteckenden Spielfreude begeistert.

Mit einer gut gelaunten „Muppet Show“, den unendlichen Weiten von „Raumschiff Enterprise“ und „Lord of the Dance“ eröffneten die jungen Musiker den Abend. Eine ganz besondere Anerkennung für die unüberhörbar gelungene Jugendarbeit brachten Monika Brunner und Renate Weiß vom Kinder- und Jugendhilfe-Verein. Aus dem Erlös mehrerer Basare überreichten sie unter großem Applaus 1.000 Euro. „Das Geld ist hier sehr gut angelegt“ bedankte sich Steur.
Den schmissigen Laridah-Marsch der „großen Kapelle“ dirigierte anschließend Michael Dlugosch, ansonsten hielt den Dirigentenstab Hubert Höllgartner, der auch die Jugendkapelle leitet. Höllgartner hatte die Stücke gut gewählt und dramaturgisch geschickt geordnet.
Vornehmlich ruhig kam zunächst „Orion“ daher, exakt, transparent und sehr gefühlvoll vorgetragen. Mit „A Klezmer Karnival“ folgte als Kontrast ein rasante Abfolge von Klezmer-Melodien, die zugleich Lachen und Weinen ausdrücken können. Und dann großes Kino: Die „Forrest Gump Suite“ lud mit eingängiger Melodie und außerordentlicher Klangfülle zum Träumen ein.
Die Polka „Ein halbes Jahrhundert“ stand bewusst vor den Ehrungen, denn seit 50 Jahren ist Roland Bach im Musikverein aktiv. Von stehendem Applaus begleitet nahm der Musiker die hohe Ehrung von Roland Paulus entgegen, dem Bezirksleiter vom Allgäu-Schwäbischen Musikbund.
Die Verbindung von Blasmusik und astreinem Rock war in „Queen in Concert“ zu hören. Mit großartigem Schlagzeugeinsatz und Tubatönen als
E-Bass-Ersatz ließen es die Musiker laufen und hielten das hohe Tempo auch bei „Axel F“, der Titelmelodie von „Beverly Hills Cop“.
„Angels“ stand am Ende des gedruckten Programms und wurde so gleichsam aus Fügung zum musikalischen Abschied vom Ehrenmitglied Kurt Mang. Tief gerührt gedachte Martin Steur dem ehemaligen Vorstand, der den Musikverein entscheidend prägte und wenige Tage vor dem Konzert verstarb.
Zur Zugabe ließen die Musiker „Solo pro vas“ mit einem wunderbaren Klarinettenduo hören und, zusammen mit dem Jugendorchester, „We are the World“ von Michael Jackson.
Die Weißensberger verstehen es einfach, ihren unbändigen Spielspaß auf das Publikum zu übertragen.

Ehrungen:
Jaqueline Koch und Max Gewinner für zehn Jahre; Stefanie Reiner für fünfzehn Jahre; Peter Langer für fünfundzwanzig Jahre und Roland Bach für
50 Jahre aktives Musizieren.