Bericht Lindauer Zeitung vom 08. Dezember 2014

Steur und Steur führen durch den Abend


Thomas Martin dirigiert beim Jahreskonzert des Musikvereins Weißensberg

 

Klassische und moderne Stücke wechselten sich beim Jahreskonzert in Weißensberg ab. Foto: Stefanie Heine

 

Weißensberg / sz
Nachdem Dirigent Michael Dlugosch aus persönlichen Gründen die Dirigentschaft niedergelegt hat, hat Thomas Martin aus Friedrichshafen-Berg die musikalische Leitung und die Gestaltung des Jahreskonzertes des Musikvereins Weißensberg übernommen. Im weihnachtlich geschmückten Saal der Festhalle führte der Vorsitzende, Martin Steur, mit Charme und Witz durch den Abend. Mit dem Stück Eleganza von Klaus Strobl, das wegen seiner Vielseitigkeit gerne für Wertungsspiele gewählt wird, startete das Ensemble in den Abend.


Den Höhepunkt des Abends bildete das anspruchsvolle Stück Tirol 1809 von Sepp Tanzer. Die Suite, welche in drei Sätze gegliedert ist, beschreibt den Volksaufstand 1809 in Tirol. Einfühlsam untermalt das Holz die trostlose Anfangsstimmung. Durch zunehmenden Einsatz des Bleches wird das Aufbegehren der Bevölkerung gegen die bayrisch-französische Besatzung dargestellt, bis ein Trompeteneinsatz den Ausbruch in den Krieg ankündigt. Entgegen der historischen Realität endet der dritte Satz mit dem Sieg der Tiroler über die bayrisch-französischen Besatzer. Mit feinfühlig ausgearbeiteter Dynamik, gleitenden Übergängen und gut gesetzten Akzenten erzeugten die Musikanten vor der Wandkulisse der Weißensberger Halde ein Verständnis für das Heimatgefühl der Tiroler.

Mit dem Stück Hair aus dem gleichnamigen Musical wurde es etwas moderner und das Publikum ins zwanzigste Jahrhundert katapultiert. Auch das klassische Genre der Polka wurde bedient, etwa mit der Polka für Trompete. Wie im vorherigen Jahr, übernahm Adrian Sigosch einen Solopart an der Trompete. Woraufhin Moderator Martin Steur den 17-Jährigen für sein Engagement lobte und ihn gleichzeitig mit der Aufforderung „Aller guten Dinge sind drei“ ersuchte, auch im nächsten Jahr die Konzertbesucher zu erfreuen.

Ingrid Schwarz brilliert mit ihrem Solo bei der Zugabe

Mit der Zugabe „My Secret Lovesong“ und einem berührenden Solo von Ingrid Schwarz verabschiedete die Musikkapelle das Publikum. Beeindruckend war der Elan, den der Dirigent auf der Bühne versprühte. Es gelang ihm, die Blaskapelle in nur acht Wochen auf dieses Konzert vorzubereiten. Umso bemerkenswerter war die Harmonie der Instrumente und die Begeisterung der Musikanten. Freudig wurde auch die Nachricht des Vorstandes aufgenommen, dass schon Gespräche mit einem möglichen neuen musikalischen Leitung geführt werden.

Mit einer „Roten Kiste“, die passend zu jedem Stück mit einem Gegenstand gefüllt und die am Ende des Abends verlost wurde, erheiterte Martin Steur das Publikum. Der Erlös dieses Losverkaufs wird vom Musikverein für die neue Tracht verwendet.

Helmut Münzel, stellvertretende Bezirksvorsitzender des Allgäu-Schwäbischen-Musikbund, ehrte Ines Günthör für zehn und Jacqueline Koch für 15 Jahre aktives Mitwirken im Verein mit der bronzenen sowie der goldenen Ehrennadel und lobte die musikalische Leistung der Jugendkapelle. Diese wagte sich unter der Leitung von Anna Sauheitl sogar an anspruchsvolle Stücke wie „Ein Männlein steht im Walde“.

Diese Variation über ein Volkslied vom Komponisten Hans Blank zog das Publikum in den Bann und erhielt durch das Solo von Markus Steur, an der Tuba, eine besondere Note. Der junge Musiker moderierte auch die Stücke der Jugendkapelle an und sorgte mit seinen gewitzten Reimen im Publikum für manchen Lacher.