Lindauer Zeitung vom 08.12.2015

Ein Konzert der Premieren

Weißensberger Musiker präsentieren nicht nur neue Tracht - Erstmals steht Sabrina Vetter am Dirigentenpult

Von Werner Günthör

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Drei Premieren des Musikvereins Weißensberg in einem Bild:
Erstmals dirigiert Sabrina Vetter das Jahreskonzert, die Musiker präsentieren ihre neue Tracht und zum ersten Mal spielen Alphörner im Konzert mit.  Fotos (2): Werner Günthör


Weißensberg - "Heute Abend erwarten Sie mehrere Premieren" - mit diesen Worten hat Vorstand Martin Steur das Jahreskonzert des Musikvereins Weißensberg eröffnet.
"Denn wir zeigen Ihnen mit Stolz unsere neue Tracht, erstmals dirigiert Sabrina Vetter das Konzert, und außerdem haben wir alpenländische Instrumente dabei."

Noch eine Premiere steuerte Fabian Börner bei, der seinen Einstand als Dirigent der Jugendkapelle gab. Mit dem "Rainer Marsch", dem anspruchsvollen "Beat und Sweet" in
drei Sätzen sowie "All about that bass" zeigte Börner, dass er Wert auf Rhythmus, Dynamik und Präzision legt. Die vielfachen Zugabe-Rufe belegten, dass die
Nachwuchstalente die Richtschnur ihres Dirigenten ausgezeichnet umsetzen.

Martin Steur führte unter dem Motto "Gesucht - Gefunden" gewohnt souverän durch das Programm. Erster Anknüpfungspunkt war die abgeschlossene Dirigentensuche.
Nicht nur er war darüber froh, wie ein Stimmungsbild nach dem Konzert ergab. "Ihr Spaß am Dirigieren überträgt sich unwillkürlich auch auf uns", bestätigten mehrere Musiker.
Ein Zuhörer bekräftigte: "Mit der neuen Dirigentin kamen auch neue Töne."

Anlass für das Lob war das Programm, das Vetter zusammengestellt hatte. Das erste Stück "Festival Ouverture" mit getragenem Anfang, schnellen tempireichen Passagen und
feierlichem Abschluss nahm den Spannungsbogen des Konzertabends vorweg.

Drei Alphörner finden auf der Bühne Platz
Moderne Stücke wie "Two Worlds" aus dem Film Tarzan und ein Medley von Michael Jackson wechselten mit dem feierlich-modernen "Choral and Rockout" und dem
geheimnisvollen "The Legend oft the Amber Room". Auch klassische Blasmusik kam mit der "Sommernachtsfest Polka" und dem Marsch "Infanterie-Regiment 31" zum Zug.

Musikalischer und optischer Höhepunkt war aber das Stück "Begegnung", für das drei Alphörner auf der Bühne Platz fanden. Sabine und Horst Ostry sowie Roland Bach ließen
die Alphörner mal solistisch, mal mit Begleitung der anderen Musiker erklingen. Der Naturklang der Hörner harmonierte perfekt mit den Blasmusik-Instrumenten, so dass die
Solisten erst nach einer Zugabe entlassen wurden.

Roland Paulus, Bezirksvorsitzender des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes, hob im Grußwort die gesellschaftliche und musikalische Bedeutung des Musikvereins hervor. Er
bedauerte, dass im Jahr 2017 erstmals seit Jahrzehnten kein Musikfest stattfindet und appellierte an die Weißensberger, statt dessen einen "Tag der Blasmusik" zum 170. Jubiläum
auszurichten. Martin Steur versprach, dies abermals zu prüfen.

Zum Abschluss bedankte sich Steur für die Unterstützung beim Beschaffen der neuen Tracht, besonders bei der Gemeinde mit Bürgermeister Hans Kern, dem Bezirk Schwaben
sowie zahlreichen Betrieben und Privatpersonen.

Mit der "Steffi Polka" und einer symphonischen "Jingle Bells"-Version beendeten Jugendkapelle und Musikverein gemeinsam einen sehr gelungenen Konzertabend.

Laura Günthör (links) bestand den D1-Bläserkurs, Gabriel Krepold und
Barbara Weiß absolvierten den nächsthöheren D2-Kurs. Alle drei erhielten
dafür eine Ehrung beim Jahreskonzert.